Business Intelligence –
Vom Nice-to-Have zur Selbstverständlichkeit

Der digitale Wandel ist in aller Munde. Ausdrücke wie IoT, Industrie 4.0 und Big Data kursieren bereits seit einiger Zeit durch die Wirtschaftswelt.

Doch was bedeutet der prognostizierte Wandel konkret, wenn sogar Siemens Chef Joe Kaeser das bedingungslose Grundeinkommen fordert, da der technologische Fortschritt Millionen von Jobs überflüssig machen werde. Auch wenn der bodenständige Siemens Chef eigentlich nicht für düstere Zukunftsprognosen bekannt ist, gibt es wohl keinen Grund für Pessimismus.

Die Zukunft

Zweifelsohne werden in der Zukunft manche Berufe von der Bildfläche verschwinden. Nach Meinung der beiden Wissenschaftler Carl Benedict Frey und Michael Osbourne können Maschinen immer schneller und präziser Muster und Verhaltensweisen lernen und in der Zukunft anwenden („cognitive is the new smart“). So gehört zum Beispiel der Buchhalter zu einer vom Aussterben bedrohten Berufsart.

Der technologische Fortschritt

Der technologische Fortschritt würde nicht zum ersten Mal leicht zu automatisierende Jobs durch Maschinen ersetzen. Nur die Wenigsten können heute noch etwas mit den Begriffen des Ziehjungen, der Rohrpostbeamtin oder des Schriftsetzers anfangen. Drei Beispiele, die dem technologischen Fortschritt sowohl ihr Entstehen als auch ihr Ende verdanken. Aber das Beispiel des Schriftsetzers zeigt, dass oft neue Berufe die alten ersetzen. Hier trat beispielsweise der Mediengestalter die Nachfolge an.

Gleichwohl haben Innovationen auch immer wieder auch völlig neue Berufsfelder entstehen lassen: So reiht sich mittlerweile der Social-Media-Manager, nach Erfindung des Smartphones und des damit einhergehenden Erfolgs von Facebook, Twitter und Co., in die Stellenanzeigen vieler Unternehmen ein.

Die Auswirkungen

Die Arbeitnehmer werden immer weniger automatisierbare Tätigkeiten, dafür zunehmend komplexe Fragestellungen bearbeiten. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das Thema Business Intelligence ein. Anhand von Daten die Prozesse des Unternehmens zu analysieren, Zusammenhänge abzuleiten und daraus Entscheidungen für die Zukunft zu treffen wird zum Alltag in den meisten Berufen gehören.

Nicht zuletzt ändert sich damit auch die Rolle von Business Intelligence. Galt es in der jüngeren Vergangenheit vor allem im Mittelstand noch als Luxus, das Management Reporting zu automatisieren, damit teure Fachkräfte nicht einen Großteil ihrer kostbaren Zeit mit zeitaufwändigen Excel-Massakern verbringen müssen, so wird BI in der Zukunft wohl gängiger Bestandteil jeder Unternehmensinfrastruktur werden.

BI wird in Zukunft mehr Mitarbeiter in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Bisher galt es primär, dem Management die erfolgskritischen Kennzahlen täglich, wöchentlich oder monatlich in einem übersichtlichen Reportingstandard bereit zu stellen.

In der Zukunft geht es bei BI um das Aufbereiten und Bereitstellen aller relevanter Daten, in der richtigen Form, für die richtigen Anwender, zu jeder Zeit. Ein Einkäufer sollte zum Beispiel mit überschaubarem Aufwand mögliche Währungsszenarien des Brexits auf seine Einkaufspreise analysieren können.

Der Vertriebsmitarbeiter könnte über die Auswertung von Youtube- und Facebook-Klicks den Erfolg der letzten Marketingkampagne auswerten und feststellen, dass die Zielgruppe „weiblich/modebewusst/Millenial“ gezielter angesprochen werden sollte, um die Conversionrate (Klick/Kaufrate) zu erhöhen.

Die Produktionsplanung wird mit Predictive Analytics Tools den nächsten Ausfall einer Maschine berechnen und dadurch Verzögerungen bei der Warenauslieferung verhindern. Vor allem die Logistik wird durch die zunehmende Nutzung der Daten in der Wertschöpfungskette näher an die vor- und nachgelagerten Prozesse heranrücken.

Das Fazit

Bei allen Gefahren, die die zunehmende Sammlung von Daten mit sich bringen, Business Intelligence kann Unternehmen zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen verhelfen. Und das in allen Bereichen.